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Sonntag, 24. Juli 2011

Pad Thai for Food Lover

Ich konnte nicht widerstehen, trotz des wirklich stolzen Preises musste ich David Thompsons (siehe auch mein Beitrag vom 22.04.2011) Standardwerk der Thaiküche erwerben, 672 Seiten voll mit Rezepten zu allen Köstlichkeiten meines Lieblingslandes, plus Landeskunde, Kulturgeschichte des Essens und eingehender Beschreibung der Zutaten und ihrer Verwendung, und und und ... Und weil ich meine Schätze bekanntermassen gerne teile, hier Davids Rezept für des Touristen liebestes Gericht, das berühmte Pad Thai, wenn schon ein Klassiker, dann wenigstens vom feinsten.
Zutaten für 1 Person:
1 reichliche Hand voll getrockeneter dünner Reisnudeln
1 EL Palmzucker
1 EL weisser Zucker
1 EL Tamarindenwasser
2 EL Fischsauce
1 kleiner Bund Schnittlauch
1 TL Öl
2 rote Schalotten, mit einer Prise Salz grob gehackt
1 Ei
50g fester Tofu, frittiert und in kleine Würfel geschnitten
1 EL getrocknete Garnelen, abgespült und abgetrocknet
1 TL gestiftelter, gepökelter, weisser Rettich
2 Prisen geröstetes Chilipulver
1 Hand Bohnensprossen (darf man ja wieder essen!)
1 El zerdrückter, gerösteter Erdnüsse
1 Limettenschnitz
Zubereitung:
Nudeln 2 Stunden in Wasser einweichen, abgiessen. Palm- und weissen Zucker mit Tamarindenwasser und Fischsauce 1-2 min köchelnd auflösen. Einen Grossteil des Schnittlauchs in 2 cm Stücke schneiden, den Rest als Garnitur aufheben. Öl bei mittlerer Hitze im Wok erhitzen und Schalotten anbraten, bis sie duften und Farbe annehmen. Ei hineinschlagen, Temperatur reduzieren, und rühren. Tofu, getrocknete Garnelen und Rettich untermischen, dann Nudeln zugeben. Temperatur hochschalten und ca. 1 min unter rühren braten, bis die Nudeln Farbe annehmen. Vorbereitete Fischsauce und 1 Prise Chilipulver zugeben, noch 30-60 sek köcheln lassen, bei Bedarf mehr Öl zugeben. Zum Schluss fast die gesamten Bohnensprossen und den Schnittlauch zugeben und 30 sek garen, bis sie zusammenfallen. Probieren: die Nudeln sollten süß, sauer und salzig schmecken. Auf den Teller häufen und mit den restlichen Bohnensprossen und Schnittlauch garnieren. Am Tellerrand die zerdrückten Erdnüsse, den Limettenschnitz und das geröstete Chilipulver anrichten.
Aroy mag mag!
Where to find: Thai Food von David Thompson, erschienen bei Collection Rolf Heyne, 672 Seiten, Fotos Earl Carter, 75 Euro

Sonntag, 3. Juli 2011

Oh wie schön ist Amphawa

Alle Touristen wollen in Bangkok immer auf einen Floating Market, nur dass es den in der Stadt eben garnicht mehr gibt, weil die Kanäle schon vor ewigen Zeiten zugeschüttet worden sind. Und so lassen sich die Westler in Reisebussen zu eigens für Touristen ins Leben gerufenen Märkten bringen, die künstlich und kommerziell sind. Amphawa ist anders. 90km westlich der Hauptstadt gelegen und mit Minibus, oder auf abenteuerlichem Weg per Zug erreichbar, ist Amphawa ein sehr beliebtes Wochenendziel für Thais, nur selten verirrt sich mal ein Weißer in dieses bis zur Kitschigkeit pittoreske Örtchen, welches zum großen Teil auf Stelzen ins Wasser gebaut ist. Montag bis Freitag dämmert das Dorf vor sich hin, um am Wochenende hunderte hungriger Grossstädter aufzunehmen, die entweder mit großen Longtailbooten durch die schmalen Kanäle knattern oder sich in großen Gruppen, Thais reisen nur ungern allein, um die unzähligen Kanus drängen, die entlang des Wassers unendliche Köstlichkeiten feilbieten. So geniesst man am schönsten frisch gegrillte Garnelen, setzt sich mit dem Teller auf den Knien auf die Treppe und schaut dem bunten Treiben zu, ein großer Spass. Nach den kulinarischen Genüssen kommt Teil 2 des klassischen Besuchsprogramms, Glühwürmchen gucken! Eigens dafür zusammengestellte Touren schippern den amüsierten Gast vorbei an riesigen Bäumen in denen es glitzert und funkelt und plötzlich wird es ganz romantisch. Wer keine Lust hat nachts wieder in die hektische Grossstadt zurückzufahren, kann versuchen, wie ich, in einem der unzähligen Homestays unterzukommen, dafür ist es allerdings hilfreich jemanden, der der Sprache kundig ist mit der Vorabbuchung zu beauftragen, englisch wird in Amphawa nämlich nur in Ausnahmefällen gesprochen.
Where to find: Amphawa, Provinz Samut Songkhram

Mittwoch, 29. Juni 2011

Hip und scharf

Was mich in Bangkok immer wieder begeistert, ist die wunderbare Hemmungslosigkeit mit der Farben, Stile und Materialien im Interiordesign gemischt werden, was guter Geschmack ist, ist eindeutig eine Frage der Zusammenstellung und des Humors. Das, im schicken Thong Lor gelegene, Restaurant Zaap Eli ist dafür ein gutes Beispiel, Retro trifft China trifft Gartenmöbel. Nur auf dem Teller, da versteht der Thai keinen Spass, im Zaap Eli, was übrigens übersetzt "wirklich lecker" im Isaan Dialekt bedeutet, wird die modern interpretierte Version der ziemlich scharfen Küche des thailändischen Nordostens serviert. Mein Favorit ist eindeutig Miang Kum, eine Vorspeise, bei der Ingwer, getrocknete Krabben, geröstete Kokosnuss und diverse ander Leckereien in ein Betelblatt gerollt werden, köstlich!!!
Where to find: Zaab Eli Isaan Restaurant, 2/f Arena 10 Complex, 225/11 Thonglo Soi 10, Sukhumvit Road Soi 55, Wattana, Bangkok, Tel.: 02.392.2317

Sonntag, 29. Mai 2011

Futtern in Farbe

Das ursprünglich nur Reflection genannte Restaurant, seit einer optischen Generalüberholung ist zum Namen ein "again" hinzugekommen, ist eine der vielen gastronomischen Perlen in Bangkok. Versteckt gelegen in einer schmalen Nebenstrasse im angesagten Stadtviertel Ari, musste die ursprüngliche Location einem gigantomanischen Condominium weichen, und zog ein paar hundert Meter weiter in der gleichen Strasse. Von Live-Thai-Pop beschwingt hat die Atmosphäre eher etwas von Inselfeeling, obwohl man mitten im Moloch sitzt. In dieser modernen weissen Villa, gegenüber von schicken Anwesen hinter hohen Zäunen, kann der hungrige Gast entweder im schönen Garten zwischen meterhohen Bambussen, oder klimatisiert im neudesignten Innenraum alle leckeren Thaistandards, wie Curries und feinen Fisch probieren, ich mochte die Salate sehr gern, aber Achtung, manche haben es schärfemässig ganz schön in sich, das ist halt kein Laden für Touris. Meine Bilder sind Samstag nachmittags entstanden, da ist das Reflection für Cafe und Kuchen geöffnet. Where to find: Reflectionagain, Soi Ari 3, Paya Thai, Bangkok Die Räume können auch für Veranstaltungen angemietet werden.

Freitag, 22. April 2011

Ein Kochbuch für Sehnsüchtige

Wenn ich hier in Hamburg Sehnsucht nach Thailand habe, dann nehme ich diesen grandiosen Wälzer zur Hand. Thai Street Food von David Thompson mit sehr atmosphärischen Fotos von Earl Carter, ist nicht nur ein Kochbuch, sondern zollt der Tatsache Respekt welchen immensen Stellenwert Kochen und Essen für die Thais hat. Der Autor, ein Australier, der für sein thailändisches Restaurant Nahm in London, als erstes seiner Art, einen Michelin Stern erkocht hat, geniesst als einer der ganz wenigen Farangs (Weissen) das Vertrauen der Thais, die in Sachen Essen, entgegen ihrer sonstigen Haltung, alles andere als tolerant sind. Als ein profunder Kenner der Szene, durch persönliche Beziehungen eng verflochten mit der thailändischen Kochkunst und durch jahrelange Aufenthalte in Asien vertraut mit dem, worauf es ankommt, hat er für dieses schöne Buch ausschliesslich Rezepte zusammengestellt, die man in ambulanten Strassenrestaurants zubereitet. 80 % der Thais kochen garnicht selber, sondern holen sich ihr Essen 3x täglich an diesen Ständen, die mit einer einzigartigen Qualität und Vielfalt operieren. Die Rezepte in Thai Street Food sind absolut authentisch, und das ist ein wenig die Schwierigkeit, für den jenigen, der sie nachkochen möchte, die Zutaten sind zum Teil so exotisch, dass es kompliziert wird sie in Deutschland zu bekommen, ganz zu schweigen von den Gerätschaften, die es in Thailand natürlich an jeder Ecke gibt, aber eben auch vorwiegend da...
Aber wer dieses Buch auch als faszinierendes Reisebuch über einen wichtigen Teil der thailändischen Kultur begreift, wird damit sicher glücklich werden, so wie ich.
Where to find: Thai Street Food, 372 Seiten, Conran Octopus Verlag, erschienen am 5.10.2010
David Thompson hat übrigens im letzten Sommer eine Filiale seines hochgelobten Londoner Restaurants Nahm in Bangkok eröffnet. Nahm im Metropolitan Hotel, 27 South Sathorn Road, Bangkok

Sonntag, 17. April 2011

Immer wieder Sonntags...

... nein, kommt nicht die Erinnerung (Cindy & Bert), sondern ein Ausflug.
Diesmal geht es nach Bang Nam Phung, südlich von Bangkok. Da mein Reisegefährte ein grosser Freund öffentlicher Verkehrsmittel ist, und die Platitüde "Der Weg ist das Ziel" ja tatsächlich auch was für sich hat, erreichen wir mit Bus und Bahn irgendwann Klong Toei und den Fluss, um hinter dem Tempel Wat Klong Toei Nok ein kleines Boot zu besteigen, welches uns ans andere Ufer nach Bang Kachao bringt. Der Chao Praya macht hier eine riesige Schleife, in deren Mitte Bangkoks grüne Lunge liegt, und mitten in der grünen Lunge liegt, entlang eines Klongs, ein grossartiger Markt, eben Bang Nam Phung. Soweit so gut, das grosse Abenteuer besteht darin, auf einem an der Anlegestation geliehenen Fahrrad, den Markt auch zu finden. Der Verkehr hält sich sehr in Grenzen, das Radeln durch Dörfer und Palmenplantagen ist ein Traum, ganz mutige Orientierungskünstler können auch auf schmalen Betonpfaden, die verschlungen auf Stelzen durch den Dschungel führen ihren Weg suchen. Und irgendwann kommt man dann, nach ein paar sehr netten Umwegen auch an, um sich mit Riesenhunger auf die dargebotenen Köstlichkeiten zu stürzen, jede Menge mir unbekannter Früchte, Häppchen und fremd aussehender Süssigkeiten sind zu probieren, die ausnahmslos sehr appetitlich aussehen, und selten hat mir ein scharfer Glasnudelsalat so gut geschmeckt. Die grosse Herausforderung besteht im Anschluss allerdings darin, mit vollem Bauch, auf dem klapprigen Gefährt, den Weg wieder zurück zum Anleger zu finden.
Where to find: Bang Nam Phung, Phra Pradaeng District, Samut Prakan, Bangkok, geöffnet: Sonntags von 7.00h bis 15.30h. Menschen, die nicht ganz so abenteuerlustig sind, können natürlich auch ein Taxi nehmen.

Donnerstag, 14. April 2011

Oldfashioned Dining

Manchmal ist auch mir Chinatown zu busy und zu anstrengend, aber gutes chinesisches Essen, welches zum Glück keinerlei Ähnlichkeiten mit dem gleichnamigen, in Deutschland servierten hat, bekommt man in Bangkok an vielen Stellen, immerhin haben 15% der Thais chinesische Wurzeln, und beide Völker teilen die große Liebe für gutes Essen. Das Nugan Lee Lang Suan Restaurant gibt es schon ewig, wie man an der wunderbar stylischen, schrabbeligen Einrichtung erkennen kann, aber das Essen ist selbstverständlich exzellent und immer frisch auf den Punkt zubereitet. Das Schöne ist ja, das man den Köchen auf die Finger schauen kann, weil alles offen und unter freiem Himmel stattfindet. Die Auswahl ist, wie in allen Chinarestaurants, riesig und hat für alle Geschmäcker Leckeres im Angebot, sehr schmackhafte sautierte Gemüse für die vegetarische Abteilung, aber selbstverständlich auch sämtliche essbaren Tiere, bevorzugt jene von unter Wasser, der Krebs in Curry soll sehr gut sein, hörte ich.
Where to find: An der Ecke Soi Lang Suan und Soi Sarasin, gegenüber vom Lumpinipark, Bangkok

Samstag, 26. März 2011

Nofretete in Bangkok

Die Nofretete in Bangkok, interessant, steht die nicht eigentlich in Berlin? Aber das wird jetzt zu kompliziert, das recht expressiv eingerichtete Nefertiti Restaurant liegt im Araberviertel Bangkoks und serviert authentisches ägyptisches Essen. Es ist selten vorgekommen, aber manchmal war mir nicht nach Thaifood, und da diese fantastische Stadt augesprochen kosmopolitisch ist, das japanische Viertel liegt neben dem Koreanischen, in der Nähe des Arabischen, es gibt deutsche, griechische, australische, jede Menge italienische und sogar finnische??? Restaurants, kann man kulinarisch um die Welt reisen, ohne die Stadt zu verlassen. Und eben im Nefertiti lecker Falafel oder Lammbraten essen, sich eine Wasserpfeife genehmigen, sich Gedanken über das arabische Frauenbild machen und den 'Herren der Schöpfung' beim Palaver zuschauen.
Where to find: Nefertiti Restaurant, 4/8 Sukhumvit Soi 3/1, Bangkok

Dienstag, 15. März 2011

In einem Raumschiff über der Stadt

Rooftopbars gibt es viele in Bangkok, aber das 'three sixty' auf dem Dach des Millenium Hilton hat schon was Besonderes. Ausnahmsweise nicht openair, aber deswegen nicht weniger spektakulär, trohnt die Bar, wie ein gerade gelandetes Raumschiff auf dem 31. Stock des Luxushotels mit einem 360 Grad Rundumblick über die Skyline der Stadt. Normalerweise zeichnen sich Hilton Hotels in aller Welt ja besonders dadurch aus, dass sie extrem geschmacklos eingerichtet sind, hier hat der Interior Designer aber mal einen wirklich guten Job abgeliefert. Keine Messing Türklinken, keine gemusterten Teppiche, die aussehen, wie die Sitzpolster in der Hamburger U-Bahn. Designbegeisterte Freunde von mir steigen hier regelmässig ab, und ehrlich gesagt hatte ich mich im Vorfeld sehr über ihre Hotelauswahl gewundert, vorallem, weil das Hilton Millenium auf der 'falschen' Flusseite liegt, aber jetzt weiss ich warum. Und die Bar ist die Krönung des Ganzen, die Cocktails sind, laut einem vertrauenswürdigen Experten (danke für deine Expertise Marc) sehr ordentlich und der exzellente Live Jazz tut sein übriges, dass der Gast sich recht wohl fühlt. Noch ein Tipp: auf dem Weg runter in die Lobby unbedingt in den gläsernen Aussenaufzug steigen, und die Stadt in Zeitlupe an sich vorbei ziehen lassen.
Where to find: Millenium Hilton, 123, Charoennakorn, Klongsan, Bangkok, 360 Bar im 32.Stock. Ein Shuttle fährt regelmässig umsonst vom Saphan Thaksin Anleger rüber zum Hotel.

Sonntag, 13. März 2011

Der Hi-So Geheimtipp

Dieses Restaurant wurde uns von verschiedenen Seiten wärmstens empfohlen, es liegt ziemlich versteckt in einer schmalen, im Volksmund auch Millionaires-Lane genannten Gasse in Ari, und ist ausschliesslich zur Lunchzeit geöffnet. Dann tummeln sich sehr gepflegte Damen und Herren jeden Alters, vereinzelt auch mal Expats in diesem sehr schönen Lokal. Was mir in Bangkok immer wieder aufffällt, ist, wie man mit dem Einsatz von Farbe, hier am Beispiel der Stühle oder einer simplen Idee, wie den großen Schirmen, aus einem einfachen Ort, einen besonderen Ort machen kann. Hallo ihr deutschen Restaurantbesitzer, das kann doch nicht so schwer sein sich mal was Nettes für die Einrichtung zu überlegen!!! Das Menu ist nicht sonderlich groß, ausnahmsweise werden auch Tellergerichte mit Reis angeboten, mein Favorit war allerdings der irrsinnig leckere Lemongrassalat mit Shrimps (siehe Bild), alles ist knackefrisch und köstlich, besonders das hausgemachte Eis und die fantastischen Törtchen verdienen noch eine besondere Erwähnung.
Where to find: Baan Mae Yui, 53/1 Soi Ari Sampan 1, Pahonyothin Road, Bangkok, Fon: 026199952