Samstag, 5. Juni 2010

Shanghai revisited


































Seit meinem letzten Besuch 2004 hat die Stadt sich in rasendem Tempo verändert. Sie ist, wenn ich das so sagen darf, irgendwie "NewYorkiger"geworden, an manchen Orten glaubt man nicht mehr in China zu sein. Damals hätte ich nicht gedacht, dass die Skyline noch atemberaubender werden könnte – sie konnte, und der Shoppingwahnsinn ist auch nicht weniger aufregend geworden.
Aber ich möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken, die "überschicken" Adressen habe ich zum Teil meinen grosszügigen Expat-Gastgebern zu verdanken, die mittlerweile seit zwei Jahren in Shanghai leben und arbeiten. Vielen Dank dafür!
Die ehemalige French Concession entspricht am ehesten dem, was ein Europäer unter einem Stadtviertel zum bummeln versteht. Baumbestandene Alleen, dreistöckige, alte Häuser und jede Menge Boutiquen und Cafes, die von hippen Chinesen und Expats gleichermassen frequentiert werden.
Die Xin Le Road ist eine gute Adresse für einen Start ins Vergnügen.

Fashion Wonderland
C.Lee ist ein Laden mit einer sehr ekklektizistischen Auswahl, neben den neuesten Mode Trends 2010 in Shanghai, der mich ziemlich an Rockstar-Groupies erinnert, sind auch Fundstücke aus aller Welt und Accessoires zu haben. Die Besitzerin Eva, selber Designerin, hat einen sehr stilsicheren Geschmack, der allerdings viel Mut erfordert. Der Laden hat eine ganz besondere Aura, die ihn deutlich von vielen anderen Boutiquen unterscheidet, man taucht ein in eine fremde Welt aus Farben, Mustern und Stoffen, die einen ein bisschen schwindelig macht, ein sehr angenehmer Schwindel allerdings.
C.Lee, 167 Xin Le Lu, Shanghai

Kunstwerke aus den man trinken kann










Dieses winzige Geschäft ist nicht viel grösser als ein Geschirrschrank, und befindet sich gleich neben C.Lee. Es werden wunderschöne Teeservice verkauft mit fingerhutgrossen Tässchen und mit chinesischen Ladys handbemalte Becher. So ein Becher kostet 60 RMB, was nach heutigem Kurs (Juni 2010) etwa 7,35 Euro sind.
Pureart, 155 Xin Le Lu, Shanghai

Die Gegenbewegung zu Hello Kitty



















Hi Panda ist ein Label mit alleine fünf eigenen Läden in Shanghai, die chinesischen Designer verkaufen Streetware im post 80er Jahre Hip-Hop-Style, bedruckt mit ihrem Markenzeichen, dem grimmigen Panda. T-Shirts, Kapuzenjacken und Baggypants sind gemacht für ein erwachsenes Publikum, das nicht erwachsen werden will, und von dem es mittlerweile offensichtlich auch in China genug Vertreter gibt. Die jungen Erwachsenen werden im Volksmund auch Generation Strawberry genannt, weil sie keinem Druck mehr standhalten. Aber deswegen muss man ja nicht schlecht gekleidet rumlaufen.
Hi Panda, 143 Xin Le Road, Shanghai

Erfrischungen mit Aussicht















Und wenn man dann völlig erschöpft ist vom Tüten tragen, hilft einem ein entspannter Ort mit Rooftop Terrace und frischen, leckeren Sandwichs und Salaten garantiert weiter. Element Fresh liegt im 4. und 5. Stock eines Bürogebäudes, man schwebt quasi über den Dingen, was zumindest ich in dieser stressigen Megacity manchmal dringend gebraucht habe. Hier treffen sich Expats und schicke junge Chinesen zum Lunch oder um bei einem Cocktail den Sonnenuntergang mit Blick auf die Stadt zu geniessen. Besonders lecker sind auch die Obst Smoothies.
Element Fresh, 1028 Huai Zhong Lu, 4.Stock, KWah House, Shanghai

Kommentare:

ju-s hat gesagt…

wie toll! es gibt wieder einträge! herzliche grüße aus dem
sommerlichen hamburg, j.

Anonym hat gesagt…

Es gibt noch einen Eintrag von Axel. endlich wieder Lebenszeichen aus einer mir immer fremder werdenden Welt. Aber wenigstens schön anzusehen, so wie manchmal auch der elende Niedergang und Armenviertel. Wo bleibt die arme Umgebung hier? Aber da ist Fotografieren ja auch grenzwertig.
Grüße, A